Tuberkulose wird bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch über erregerhaltige Tröpfchenkerne (Aerosole) übertragen, die Erkrankte mit ansteckender Lungentuberkulose z.B. beim Husten abgeben. Wenn diese von einer anderen Person eingeatmet werden, kann es zu einer Infektion (Ansteckung) kommen. Wenn sich die eingeatmeten Tuberkulosebakterien in der Lunge vermehren, kommt es zu einer Erkrankung an Tuberkulose, dies ist bei ungefähr 5 - 10% aller infizierten Personen der Fall. Bei dem Versuch des menschlichen Abwehrsystems, die befallenen Zellen zu zerstören, werden oft auch Teile der Lunge angegriffen. Dabei können Hohlräume im Lungengewebe entstehen. Diese nennt man Kavernen, die dann oft im Röntgenbild sichtbar sind. In diesen Kavernen befinden sich häufig sehr viele Bakterien, die für das menschliche Abwehrsystem schwer erreichbar sind. Beim Husten können Bakterien aus den Kavernen oder auch anderen krankhaft veränderten Lungenanteilen wieder in die Umgebungsluft abgegeben werden. Wenn diese von anderen Menschen eingeatmet werden, können die weitere Personen anstecken.
Erkrankte sollten deshalb einen chirurgischen Mund-Nasenschutz tragen, solange Bakterien im Auswurf nachweisbar sind. Kontaktpersonen können sich mit einer Atemschutzmaske schützen. Allerdings ist nicht jeder Tuberkulosekranke ansteckend. Wenn keine Bakterien im Auswurf nachweisbar sind oder ein anderes Organ als die Lunge betroffen ist (sogenannte extrapulmonale Tuberkulose), besteht in der Regel kein Ansteckungsrisiko. Unter einer wirksamen Behandlung, sind Erkrankte oft schon nach wenigen Wochen einer wirksamen Therapie nicht mehr ansteckend. Menschen mit einer latenten tuberkulösen Infektion sind nicht ansteckend, wenn eine Erkrankung ausgeschlossen ist.
Ihre behandelnden Ärzt*innen oder die Mitarbeitenden im Gesundheitsamt können Ihnen sagen, ob noch eine Ansteckungsgefahr besteht.